Elektrolyte für Pferde: Wann sind sie bei Hitze wirklich notwendig?
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Die meisten Freizeitpferde brauchen selbst an heißen Tagen kein zusätzliches Elektrolytpulver. Ein Salzleckstein und gutes Heu decken den Bedarf ab, solange dein Pferd nur mäßig schwitzt. Erst bei starkem Schweißverlust, langer Arbeit in der Sonne oder an schwül-heißen Tagen wird ein gezieltes Präparat wirklich sinnvoll.
Heiße Tage werden häufiger. 2025 kam Deutschland im Schnitt auf gut 11 Hitzetage, rund dreimal so viele wie in den 1950er-Jahren. Dein Pferd kommt damit öfter an seine Grenze, auch bei dir im Stall in Ostwestfalen-Lippe. Elektrolyte und die richtige Erholung nach dem Schwitzen sind nicht mehr nur ein Thema für den Hochsommer.
Zwischen „gar nichts tun" und „täglich Pulver ins Futter" liegt eine ganze Menge. Wann welche Stufe passt, hängt vor allem davon ab, wie stark dein Pferd tatsächlich schwitzt.
- Pferdeschweiß ist hyperton, dein Pferd verliert damit mehr Salz nach außen, als sein Blut enthält.
- Bis Schweißscore 3 decken ein Salzleckstein und gutes Heu den Bedarf der meisten Freizeitpferde.
- Schon 100 g Kochsalz am Tag lösten in einer Studie eine leichte Übersäuerung des Stoffwechsels aus.
- Nach dem Schwitzen kommt es auf die Reihenfolge an: erst kühlen, dann trinken lassen, und Elektrolyte ganz zum Schluss.
Wann braucht dein Pferd bei Hitze wirklich Elektrolyte?
Ehrlich gesagt: seltener, als die Regale im Reitsportgeschäft vermuten lassen. Für ein normal gerittenes Freizeitpferd reichen ein frei zugänglicher Salzleckstein und ausreichend Heu bis zu einem mittleren Schweißverlust völlig aus. Zu einem Elektrolytpulver greifst du sinnvoll erst, wenn dein Pferd richtig nass wird oder lange in der Sonne arbeitet, gerade an schwül-heißen Tagen, an denen es kaum abtrocknet.
Der Grund steckt im Schweiß selbst. Anders als beim Menschen ist Pferdeschweiß hyperton und transportiert mehr Mineralstoffe als das Blut nach außen. Ein Blick auf die Zusammensetzung pro Liter zeigt, warum dabei vor allem Salz eine Rolle spielt:
|
Mineralstoff |
Verlust pro Liter Schweiß |
|---|---|
|
Natrium |
ca. 3,5 g |
|
Chlorid |
ca. 6 g |
|
Kalium |
ca. 1,2 g |
|
Calcium |
ca. 0,1 g |
Wie viel dein Pferd insgesamt verliert, ordnest du am besten über den Schweißscore ein, eine einfache Skala von 1 bis 5.
Schweißscore, kurz erklärt: Die Fütterungsforscherinnen Annette Zeyner und Ellen Kienzle beschreiben den Schweißverlust auf einer Skala von 1 (nur leicht feucht) bis 5 (tropfnass, das Wasser läuft ab). Bis Score 3 kommt ein Pferd auf knapp 40 g Natrium-Verlust, und das gleichst du über Leckstein und Heu problemlos aus.
Anders sieht es bei Sport-, Distanz- und Turnierpferden aus, die über Stunden oder bei schwül-heißem Wetter arbeiten. Hier summiert sich der Verlust so weit, dass ein gezieltes Präparat den Ausgleich schafft, ähnlich wie bei der Sommerfütterung von Sportpferden. Für alle anderen bleibt ein hochwertiger Salzleckstein einfach die unkomplizierteste und sicherste Lösung, den du bei uns, Christoph Lüking Futterhandel in Vlotho, direkt mitnehmen oder dir liefern lassen kannst.
Kann zu viel Salz dem Pferd schaden?
Ja, und das überrascht viele. Mehr Salz hilft ab einem gewissen Punkt nicht mehr, es kann dem Stoffwechsel sogar schaden. Eine Studie der Universität Halle-Wittenberg und der LMU München zeigte 2017, dass 100 g Kochsalz pro Tag bei mäßig gearbeiteten Pferden eine leichte metabolische Übersäuerung auslösten.
Im Alltag ist eine akute Überdosierung selten, weil ein gesundes Pferd überschüssiges Salz über die Nieren wieder ausscheidet. Problematisch wird es, wenn Tag für Tag zu viel ins Futter wandert. Genau deshalb ist der frei zugängliche Leckstein so praktisch: Dein Pferd nimmt sich, was es braucht, und hört auf, wenn genug ist.
Dann wäre da noch der Zucker. Viele Elektrolytpulver enthalten Dextrose, angeblich, damit der Körper die Mineralien besser aufnimmt. Nötig ist das nicht, dein Pferd nimmt Natrium und Chlorid auch ohne Traubenzucker zuverlässig auf. Beim Kauf lohnt daher der Blick aufs Etikett: viel Natrium und Chlorid, wenig Zucker.
Häufiger Fehler: Elektrolyte vorsorglich „auf Vorrat" füttern. Was dein Pferd nicht braucht, scheidet es ungenutzt wieder aus, und dauerhaft zu viel Salz belastet den Stoffwechsel unnötig. Besser: Leckstein frei zugänglich lassen und nur nach echtem, starkem Schwitzen zusätzlich dosieren.
Regeneration nach dem Schwitzen: die richtige Reihenfolge
Nach dem Schwitzen entscheidet die Reihenfolge, wie schnell dein Pferd wieder fit ist. Die ersten 60 Minuten gelten als goldene Stunde, in der du am meisten für die Erholung tun kannst. Die vollständige Erholung von Muskulatur und Flüssigkeitshaushalt zieht sich danach über bis zu 72 Stunden. Es sind vier Schritte, und gerade bei der Reihenfolge machen viele einen Fehler:
- Kühlen: Erhitztes Pferd großzügig mit kaltem Wasser übergießen, bei echter Überhitzung durchgehend und ohne ständiges Abziehen.
- Trinken lassen: Sobald der Kreislauf ruhiger wird, frisches, nicht eiskaltes Wasser anbieten.
- Schritt führen: Ein paar Minuten führen hält den Kreislauf in Gang und löst Muskelverspannungen.
- Elektrolyte: Erst nach dem Trinken und nur bei starkem Schweißverlust, ins feuchte Futter gemischt.
Beim Kühlen hält sich ein hartnäckiger Mythos. Lange galt die Regel, das kalte Wasser sofort mit dem Schweißmesser abzuziehen und neu aufzugießen, sonst staue sich die Wärme unter dem Wasserfilm (Treibhauseffekt). Eine Studie der University of Maryland aus 2021 zeigte für den Notfall das Gegenteil: Wer ein überhitztes Pferd durchgehend mit kaltem Wasser übergießt, ohne ständig abzuziehen, senkt die Körpertemperatur schneller.
Abziehen ist deshalb nicht grundsätzlich verkehrt. Im normalen Trainingsalltag, wenn dein Pferd nur leicht warm ist, kannst du es ruhig kurz abschwitzen und trockenrubbeln. Sobald es aber um echte Überhitzung geht, zählt jede Minute, und dann bringt dich reichlich kaltes Wasser weiter als jede Technik.
Warum kommen die Elektrolyte erst ganz zum Schluss? Weil sie sonst mehr schaden als helfen. Gibst du einem ausgetrockneten Pferd konzentrierte Elektrolyte ohne genügend Wasser, ziehen sie zusätzlich Flüssigkeit in den Darm und verschärfen die Dehydrierung. Deshalb erst trinken lassen, dann die Elektrolyte ins feuchte Futter oder ein rehydrierendes Mash wie das Hydra Mash von Lambey rühren, immer mit frischem Wasser in Reichweite.
Bei Sport- und Turnierpferden sieht der Alltag anders aus, denn sie schwitzen über lange Phasen und oft mehrmals an einem Wochenende. Auf dem Turnier kommt Stress dazu, und das Wetter kannst du dir nicht aussuchen, sodass der Verlust hier deutlich höher ausfällt als beim ruhig gerittenen Freizeitpferd. Nach sehr starkem Schwitzen lohnt es sich, die Elektrolyte noch ein bis zwei Tage über den Einsatz hinaus zu geben, wofür sich ein gezieltes Ergänzungsfutter als Pulver wie die Lexa Vital-Elektrolyte oder als Liquid die Lexa Elektrolyte anbietet. Ein rehydrierendes Hydra Mash bringt dein Pferd nach Parcours oder Distanzritt zusätzlich schneller zurück in die Erholung, und beides bekommst du bei uns in Vlotho an der Weser, mitten in Ostwestfalen-Lippe, zur Abholung oder per Lieferung im Umkreis von rund 20 bis 25 Kilometern, von Bad Oeynhausen bis Bad Salzuflen.
WBGT-Index: Ab wann wird die Hitze fürs Pferd kritisch?
Ob du überhaupt reiten oder das Training zurückfahren solltest, entscheidest du besser nicht am Thermometer allein. Aussagekräftiger ist der WBGT-Index, der neben der reinen Temperatur vor allem die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt. Der Weltreiterverband FEI und die Deutsche Reiterliche Vereinigung nutzen ihn, um auf Turnieren über Pausen und Abkühlzonen zu entscheiden.
Die Luftfeuchtigkeit entscheidet, wie gefährlich die Hitze wirklich wird. Schwüle Hitze ist gefährlicher als trockene, weil der Schweiß bei feuchter Luft kaum verdunstet, und die Verdunstung ist der wichtigste Kühlmechanismus deines Pferdes. An solchen Tagen erreicht dein Pferd schneller seine Grenze, schwitzt mehr und braucht die Erholung danach umso dringender.
Praktisch heißt das: Bei hohem Index reitest du früh am Morgen oder gar nicht, hältst die Einheiten kurz und sorgst für Schatten und ständig verfügbares Wasser. Hitze und Trockenheit erhöhen ohnehin viele Risiken, vom Kreislauf bis zur Hufrehe im Sommer, gerade auf abgefressenen, gestressten Weiden.
Was das für deinen Stall bei der nächsten Hitzewelle heißt
Der Griff zur Elektrolytdose ist oft der am wenigsten wichtige Schritt. Durch eine Hitzewelle bringt dein Pferd vor allem ständiger Zugang zu Salz und frischem Wasser, dazu Ruhe nach der Arbeit. Gezielte Elektrolyte sind die Feinabstimmung obendrauf, und die brauchst du wirklich erst, wenn dein Pferd richtig stark schwitzt.
Im Stallalltag prüfst du am besten, ob jeder Leckstein sauber und gut erreichbar ist, hältst die Arbeit an schwül-heißen Tagen kurz und planst die Elektrolyte bei Sport- und Distanzpferden gezielt für die Zeit nach der Belastung ein. Wenn du dir bei der Ration unsicher bist, schauen wir uns das bei uns auf dem Hof in Vlotho im Kreis Herford in Ruhe gemeinsam an, bevor du zu Präparaten greifst, die dein Pferd vielleicht gar nicht braucht. Salzleckstein, Mash und passende Elektrolyte kannst du direkt bei uns abholen oder dir im Umkreis von etwa 20 bis 25 Kilometern liefern lassen, von Löhne bis Porta Westfalica. Und wenn du Fragen hast, erreichst du uns auch schnell per WhatsApp.
Häufige Fragen zu Elektrolyten und Hitze beim Pferd
Reicht ein Salzleckstein für mein Pferd aus?
Ja, für die meisten Freizeitpferde reicht ein frei zugänglicher Salzleckstein zusammen mit gutem Heu, solange sie nur mäßig schwitzen. Wichtig ist, dass der Stein sauber und gut erreichbar ist, damit dein Pferd selbst regulieren kann. Erst bei starkem Schweißverlust über längere Zeit lohnt sich ein zusätzliches Elektrolytpräparat.
Woran erkenne ich, dass mein Pferd dehydriert ist?
Am schnellsten erkennst du eine Dehydrierung über den Hautfaltentest: Ziehst du am Hals eine Hautfalte hoch und bleibt sie länger als ein bis zwei Sekunden stehen, fehlt Flüssigkeit. Auch trockenes Zahnfleisch und eine verzögerte Kapillarfüllzeit sind Warnzeichen. Bei deutlichen Anzeichen solltest du einen Tierarzt hinzuziehen.
Darf mein Pferd nach dem Reiten sofort kaltes Wasser bekommen?
Bei echter Überhitzung ist durchgehendes Übergießen mit kaltem Wasser sogar die schnellste Methode zum Kühlen, das schadet einem erhitzten Pferd nicht. Beginne an Beinen und Hals und arbeite dich zum Körper vor. Zum Trinken sollte das Wasser aber nicht eiskalt sein.
Sind Elektrolyte mit Zucker besser?
Der zugesetzte Traubenzucker (Dextrose) bringt in der Praxis nichts, dein Pferd nimmt Natrium und Chlorid auch ohne ihn zuverlässig auf. Achte beim Kauf lieber auf viel Natrium und Chlorid und wenig Zucker. Ein hoher Zuckeranteil macht das Pulver eher süß als wirksam.
Was ist gefährlicher, trockene oder schwüle Hitze?
Schwüle Hitze ist eindeutig belastender. Bei hoher Luftfeuchte verdunstet der Schweiß kaum, und ausgerechnet über die Verdunstung kühlt sich dein Pferd am effektivsten ab. Deshalb kann ein schwüler Tag schon bei mäßigen Temperaturen kritischer werden als ein trockener Hitzetag. An solchen Tagen hältst du die Arbeit besser kurz.