Futterkammer bereit für den Herbst? Die Umstellung für dein Pferd
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Sobald die Weiden bei Vlotho und Herford karger werden, verlangt dein Pferd nach einem ruhigen Wechsel. Die Umstellung von Weidegras auf Heu und Kraftfutter gelingt am gesündesten über zwei bis sechs Wochen, während du die Futterkammer gleichzeitig für den Winter füllst. Planst du beides zusammen, sparst du dir im November viel Stress im Stall.
Im Kreis Herford liegt die Jahresmitteltemperatur bei rund 10 Grad, im Oktober fallen die Nächte im Schnitt schon auf 8 Grad, wie Klimadaten für die Region Herford zeigen. Für dein Pferd heißt das: Verdauung und Immunsystem stellen sich um, während du nebenbei schon dein Winterlager füllst.
- Die Futterumstellung braucht zwei bis sechs Wochen, damit sich die Darmflora deines Pferdes anpassen kann.
- Kalte, sonnige Herbsttage lassen den Fruktangehalt im Gras stark ansteigen und erhöhen das Hufrehe-Risiko.
- Ein Lager zwischen 10 und 15 Grad schützt deinen Heu- und Kraftfuttervorrat zuverlässig vor Schimmel.
- Sinkende Temperaturen senken oft die Wasseraufnahme deines Pferdes und erhöhen dadurch die Kolikgefahr.
Wie stellst du dein Pferd im Herbst schrittweise von Weide auf Heu um?
Zwei bis sechs Wochen solltest du für den Wechsel von der Weide auf Heu und Kraftfutter einplanen, wobei empfindliche Pferde eher am oberen Ende dieser Spanne liegen. Geht es nur um einen reinen Wechsel beim Kraftfutter, reichen meist rund zwei Wochen, weil sich hier weniger in der Darmflora verändert.
Der Grund dafür liegt im Darm deines Pferdes. Mit dem Geschmack hat das nichts zu tun: Die Mikroben, die Rohfaser aus Heu verdauen, unterscheiden sich von denen, die auf frisches Weidegras spezialisiert sind. Wechselst du zu schnell, geraten diese Populationen aus dem Gleichgewicht, und weicher Kot ist oft das erste Anzeichen.
In der Praxis funktioniert das am ruhigsten, wenn du die Weidezeit Woche für Woche verkürzt und im gleichen Tempo mehr Heu zufütterst, bis dein Pferd am Ende nur noch stundenweise oder gar nicht mehr grast. Einen ausführlichen Wochenplan für diesen Umstieg findest du in unserem Ratgeber zur Pferdeernährung im Herbst.
Warum werden sonnige Herbsttage zur Fruktan-Falle für dein Pferd?
Kalte, klare Nächte gefolgt von sonnigen Tagen lassen den Fruktangehalt im Weidegras regelrecht in die Höhe schießen, weil die Pflanze bei gehemmtem Wachstum Zucker als Fruktan speichert statt ihn zu verbrauchen. Neben dem Frühjahr gilt der Herbst deshalb als die kritischste Phase für Fruktanspitzen auf der Weide.
Nimmt dein Pferd über mehrere Tage zu viel davon auf, kann das klinische Anzeichen von Hufrehe auslösen, eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut.
Faustregel Fruktan-Schwelle: Mehrere Fachportale nennen rund 7,5 Gramm Fruktan pro Kilo Körpergewicht über mehrere Tage als Wert, ab dem Pferde in Untersuchungen Rehe-Anzeichen zeigten. Eine einzelne, exakt belegte Studie dazu wird selten genannt, die Zahl gilt also als Orientierungswert und nicht als feste Grenze.
Für den Alltag machst du es dir einfacher, wenn du dein Pferd an frostigen, sonnigen Herbsttagen lieber später am Vormittag oder nachmittags grasen lässt, wenn der Fruktangehalt durch Photosynthese und Verbrauch schon wieder gesunken ist. Wie du Warnzeichen einer Hufrehe erkennst, liest du ausführlich in unserem Beitrag zur Hufrehe beim Pferd.
Wie viel Heu, Mineralfutter und Wasser braucht dein Pferd jetzt täglich?
Als Minimum gelten rund 1,5 Kilo Raufutter-Trockensubstanz pro 100 Kilo Körpermasse, umgerechnet etwa 1,7 Kilo Heu oder 2 Kilo Heulage pro 100 Kilo. Ein 500-Kilo-Pferd braucht so täglich mindestens 8,5 Kilo Heu, eher mehr, wenn Weidegras komplett wegfällt.
Fällt die Weide als Nährstoffquelle weg, wird das Mineralfutter umso wichtiger. Die GfE-Bedarfswerte für ein 500-Kilo-Pferd im Erhaltungsbedarf zeigen, wo Heu allein oft nicht ausreicht.
Was heißt GfE? Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie legt die wissenschaftlichen Bedarfswerte fest, an denen sich Mineralfutter-Hersteller in Deutschland orientieren.
|
Mineralstoff |
Tagesbedarf (500-Kilo-Pferd, Erhaltung) |
|---|---|
|
Calcium |
17,4 g |
|
Phosphor |
12 g |
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Magnesium |
5,6 g |
|
Eisen |
425 mg |
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Kupfer |
105 mg |
|
Zink |
425 mg |
|
Selen |
1,05 mg |
Auch der Wasserbedarf bleibt im Herbst wichtig: Ein 600-Kilo-Pferd trinkt normalerweise zwischen 20 und 40 Litern am Tag, je nach Wetter, Bewegung und Raufutteranteil. Sinken die Temperaturen, trinken viele Pferde spürbar weniger, was die Kolikgefahr durch Verstopfung erhöht. Warmes statt eiskaltes Wasser kann hier gegensteuern, mehr dazu liest du weiter unten in den häufigen Fragen.
Welche Rolle spielen Entwurmung und Immunsystem beim Saisonwechsel?
Oktober und November gelten als der klassische Termin für die Herbst-Entwurmung, weil sie gezielt auch gegen Bandwürmer und Magendasseln wirkt, die sich über die Weidesaison angesammelt haben. Herbst und Frühjahr bilden zusammen die beiden Pflichttermine im strategischen Entwurmungsplan, der insgesamt zwei bis vier Behandlungen im Jahr vorsieht.
Parallel dazu steht das Immunsystem deines Pferdes im Herbst unter zusätzlichem Druck. Auf engeren Herbstweiden stehen die Tiere oft dichter beieinander, das erzeugt Stress und lässt den Cortisolspiegel steigen. Weil ein großer Teil der Immunzellen im Verdauungstrakt sitzt, wirkt sich eine bedarfsgerechte Vitamin- und Spurenelementversorgung direkt auf die Abwehrkräfte aus.
Kürzere Herbstweiden haben noch einen Haken: Dein Pferd nimmt beim Grasen näher am Boden leichter Sand auf, was bis zur Sandkolik führen kann. Bietest du schon jetzt zusätzlich Heu auf der Weide an, reduzierst du diese Gefahr deutlich, Flohsamenschalen unterstützen zusätzlich beim Sandabtransport.
Mit welchem Mash unterstützt du das Tierwohl deines Pferdes im Fellwechsel?
Ein Mash mit hohem Leinsamenanteil und ein durchdachtes Mineralfutter sind im Herbst oft die sinnvollste Ergänzung, weil sie genau die Lücken schließen, die Weide und reines Heu jetzt hinterlassen.
Josera Mash Rapid etwa bringt 20 Prozent Leinanteil mit, muss nicht gekocht werden und ist nach 15 bis 20 Minuten Quellzeit mit warmem Wasser fertig, praktisch für den Fellwechsel oder nach anstrengenden Tagen.
Der Zeitpunkt für ein Mash entscheidet sich meist am Anlass. Nach einem harten Reittag oder Turnier hilft ein warmes Mash, Wasserhaushalt und Verdauung wieder in Schwung zu bringen. Bei älteren Pferden mit empfindlichen Zähnen oder in der Genesung nach einer Kolik lässt sich die weiche Masse leichter kauen und verdauen als hartes Kraftfutter, und an frostigen Herbstmorgen animiert ein Eimer warmes Mash so manches trinkfaule Pferd erst dazu, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Was muss man bei dem Futter im Herbst beachten?
Müsli besteht meist aus Getreideflocken und Pellets, oft ergänzt um getrocknete Kräuter oder Obststücke, die dein Pferd unzerkaut direkt fressen kann. Gegenüber reinen Pellets bringt das mehr Abwechslung auf den Trog, mäkelige Fresser nehmen ein Müsli mit sichtbaren Bestandteilen oft williger an. Für Sportpferde mit hohem Energiebedarf eignen sich Sorten mit mehr Hafer und Mais, während zuckerempfindliche Pferde mit EMS oder Cushing bei getreidearmen, melassefreien Sorten wie einem Glyx-Müsli besser aufgehoben sind. Müsli bleibt dabei eine Ergänzung: Es deckt die Energie- und Nährstofflücke, die reines Heu im Herbst oft hinterlässt, dein Pferd braucht trotzdem weiterhin genug Raufutter als Grundlage.
Für die tägliche Grundversorgung eignet sich ein vitaminiertes Mineralfutter wie Höveler Reformin Plus, das gezielt die Nährstofflücken schließt, die bei reiner Heufütterung im Herbst und Winter entstehen.
Wenn du unsicher bist, welche Kombination zu deinem Pferd passt, lohnt sich ein persönliches Gespräch mehr als jede Verpackungsangabe. Wir beraten dich dazu direkt auf unserem Hof in Vlotho oder liefern dir den passenden Vorrat im Umkreis von Herford, Bad Oeynhausen und Bünde bis an die Stalltür.
Wichtig sind am Ende zwei Dinge: genug Zeit für die Darmflora deines Pferdes und ein trockenes, kühles Lager für den Vorrat, den du gerade aufbaust.
Wenn du dir bei der Berechnung deines Platzbedarfs oder der passenden Mineralfutter-Kombination unsicher bist, hilft oft ein kurzer Blick vor Ort mehr als jede Tabelle im Internet. Sprich uns dazu einfach direkt in Vlotho an.
Muss ich mein Pferd im Herbst komplett von der Weide nehmen?
Nein, ein komplettes Weideverbot ist normalerweise nicht nötig. Sinnvoller ist es, die Weidezeit schrittweise zu verkürzen und an kalten, sonnigen Morgen später auf die Fläche zu gehen, wenn der Fruktangehalt im Gras schon etwas gesunken ist. So bleibt die Umstellung für Darmflora und Kreislauf sanft.
Ist Heulage statt Heu im Herbst eine sinnvolle Alternative?
Beide Raufuttersorten funktionieren, du musst nur die Menge anpassen. Als Richtwert gelten rund 1,7 Kilo Heu oder etwa 2 Kilo Heulage pro 100 Kilo Körpermasse und Tag, weil Heulage mehr Wasser enthält. Wichtig ist vor allem, dass dein Pferd überhaupt genug Raufutter bekommt.
Hilft warmes Wasser wirklich gegen Trinkfaulheit im Herbst?
Ja, in Untersuchungen tranken Pferde bei angewärmtem statt eiskaltem Wasser im Schnitt deutlich mehr, teils um rund 40 Prozent. Das ist ein Orientierungswert aus internationalen Beobachtungen und noch kein fest etablierter deutscher Standardwert, zeigt aber die Richtung: Lauwarmes Wasser im Eimer kann die Trinkmenge an kühlen Herbsttagen sichtbar erhöhen.
Reicht eine einmalige Wurmkur im Herbst für mein Pferd aus?
Meist nicht. Herbst und Frühjahr gelten als die beiden Pflichttermine, klassische Entwurmungspläne sehen aber zwei bis vier Behandlungen pro Jahr vor. Kotuntersuchungen im Herbst können durch die Winterruhe einzelner Wurmarten falsch-negativ ausfallen, weshalb die Herbstentwurmung trotzdem fester Bestandteil bleiben sollte.
Braucht mein Pferd zusätzliches Mineralfutter, wenn es schon viel Heu bekommt?
Häufig ja, denn reines Heu deckt gerade im Herbst und Winter selten den kompletten Bedarf an Calcium, Zink oder Selen ab. Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter schließt diese Lücke gezielt, besonders wenn die Weide als Nährstoffquelle wegfällt und dein Pferd mitten im Fellwechsel steckt.